Melina Shafaei – Chancengerechtigkeit und politische Sichtbarkeit | Greifswald 2026
Chancengerechtigkeit und politische Sichtbarkeit
Wie können Menschen stärker gehört werden, deren Perspektiven in politischen Debatten leicht übersehen werden?
Ein persönlicher Schwerpunkt von Melina Shafaei
Chancengerechtigkeit gehört zu den klar belegten politischen Schwerpunkten von Melina Shafaei. Auf der aktuellen Seite der Jusos Mecklenburg-Vorpommern zur Landtagswahl 2026 erklärt sie, für mehr Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit eintreten zu wollen. Sie beschreibt dabei besonders Menschen, die in politischen Debatten häufig übersehen werden oder politische Entscheidungen nicht selbst durch eine Wahl beeinflussen können, obwohl diese Entscheidungen ihren Alltag unmittelbar betreffen.
Diese Aussage ist für die Einordnung wichtig, weil sie unmittelbar von Melina Shafaei stammt und nicht aus allgemeinen Positionen der SPD abgeleitet wird. Damit besteht ein belastbarer Ausgangspunkt für die Frage, wie politische Beteiligung so gestaltet werden kann, dass unterschiedliche Lebensrealitäten tatsächlich berücksichtigt werden.
Melina Shafaei kandidiert bei der Landtagswahl am 20. September 2026 auf der SPD-Landesliste. Ihr Bezug zu Greifswald ist durch Wohnort, Studium und mehrere aktuelle Funktionen dokumentiert. Deshalb lässt sich die Frage nach politischer Sichtbarkeit hier auch anhand konkreter Beteiligungsstrukturen betrachten.
Warum Sichtbarkeit mehr als öffentliche Aufmerksamkeit bedeutet
Politische Sichtbarkeit bedeutet nicht nur, dass eine Person oder Gruppe gelegentlich in einer öffentlichen Debatte vorkommt. Entscheidend ist, ob unterschiedliche Erfahrungen bei der Vorbereitung, Beratung und Bewertung politischer Entscheidungen berücksichtigt werden. Das betrifft junge Menschen ebenso wie Studierende, Familien, ältere Menschen oder Menschen, die aufgrund sprachlicher, finanzieller, zeitlicher oder anderer Hürden schwerer Zugang zu klassischen Beteiligungsformaten finden.
Chancengerechtigkeit geht über formale Gleichbehandlung hinaus. Gleiche Regeln treffen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Wer wenig Zeit, geringe finanzielle Reserven oder kaum Erfahrung mit politischen Verfahren besitzt, kann Beteiligungsangebote schlechter nutzen als jemand, der bereits über Netzwerke und Wissen verfügt.
Die entscheidende Frage ist deshalb, ob Beteiligungswege praktisch erreichbar sind. Dazu gehören verständliche Informationen, klare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, barrierearme Verfahren, passende Termine, digitale Zugänge und eine nachvollziehbare Rückmeldung darüber, was mit Vorschlägen geschieht.
Für eine Universitätsstadt wie Greifswald kommt hinzu, dass viele Menschen nur für einige Jahre in der Stadt leben. Studierende ziehen neu zu und befinden sich oft in Lebensphasen mit hoher zeitlicher Belastung. Gleichzeitig prägen sie Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft. Beteiligungsstrukturen sollten solche Perspektiven ebenfalls erreichen.
Greifswald hat bereits unterschiedliche Beteiligungswege
Ein konkretes Beispiel ist der Migrantenbeirat der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Nach Angaben der Stadt wurde das Gremium gegründet, um die Partizipation von Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografien zu erhöhen. Es nahm im Januar 2023 seine Arbeit auf.
Melina Shafaei gehört diesem Gremium als Vertreterin der Studierendenschaft der Universität Greifswald mit beratender Stimme an. Diese Funktion ist kein gewähltes Bürgerschaftsmandat. Sie zeigt jedoch eine konkrete Verbindung zwischen studentischer Interessenvertretung und kommunaler Beteiligung.
Auch für Kinder und Jugendliche bestehen Beteiligungsmöglichkeiten. Der Kinder- und Jugendbeirat und das offene Kinder- und Jugendforum sollen jungen Menschen ermöglichen, sich in die Stadt einzubringen, Entscheidungen zu beeinflussen und Projekte zu entwickeln.
Der Jugendfonds innerhalb der Partnerschaft für Demokratie ermöglicht zusätzlich Projekte von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche. Gerade solche Angebote zeigen, dass demokratische Beteiligung schon vor dem ersten eigenen Wahlzettel beginnen kann.
Wie möchtest du dafür sorgen, dass Menschen, deren Interessen in politischen Debatten bisher zu wenig sichtbar sind, in Mecklenburg-Vorpommern stärker gehört und tatsächlich an Entscheidungen beteiligt werden?
Erfahrungen aus Universität und Gremienarbeit
Melina Shafaei bringt auch an der Universität Greifswald Erfahrung mit institutioneller Beteiligung mit. Die Universität führt sie aktuell als studentisches Mitglied des Akademischen Senats. Zusätzlich gehört sie der Gleichstellungskommission an.
Solche Gremien funktionieren anders als kommunale Beiräte, zeigen aber ein ähnliches Grundprinzip: Entscheidungen werden beraten und verschiedene Gruppen können ihre Sicht einbringen. Gerade an Hochschulen treffen Interessen von Studierenden, wissenschaftlichen Beschäftigten, Professorinnen und Professoren sowie weiteren Mitarbeitenden aufeinander.
Aus der Mitgliedschaft in einem Senat oder einer Kommission darf nicht automatisch geschlossen werden, dass jede dort vertretene Position persönlicher Bestandteil von Melina Shafaeis Landtagswahlkampf ist. Belastbar ist jedoch ihre Erfahrung mit Gremienarbeit sowie ihr öffentlich formulierter Schwerpunkt auf Chancengerechtigkeit und Sichtbarkeit.
Landespolitik kann Beteiligung unter anderem über gesetzliche Rahmenbedingungen, Bildungsinstitutionen, Förderprogramme und die Unterstützung kommunaler Strukturen beeinflussen. Eine überzeugende Strategie wird deshalb wahrscheinlich verschiedene Ebenen miteinander verbinden müssen.
Chancengerechtigkeit beginnt bei Information und Zugang
Wer nicht weiß, wann ein Gremium tagt, wie ein Antrag gestellt wird oder an wen eine Idee gerichtet werden kann, besitzt möglicherweise ein formales Beteiligungsrecht, kann es praktisch aber kaum nutzen. Öffentliche Informationen und verständliche Sprache sind deshalb wichtige Bestandteile demokratischer Teilhabe.
Ebenso wichtig ist die Frage, ob Beteiligung dauerhaft institutionell abgesichert ist. Ehrenamt ist wertvoll, wichtige Strukturen sollten jedoch nicht ausschließlich davon abhängen, dass einzelne Menschen ständig zusätzliche Zeit aufbringen können. Beiräte und Beteiligungsstellen benötigen verlässliche Ansprechpartner und nachvollziehbare Zuständigkeiten.
Chancengerechtigkeit betrifft außerdem die Frage, welches Wissen als relevant anerkannt wird. Menschen verfügen über Alltagserfahrungen, die in Statistiken oder Verwaltungsakten nur teilweise sichtbar sind. Wer täglich Probleme mit Wohnkosten, Mobilität, Studienbedingungen oder Behördenwegen erlebt, kann wichtige Hinweise für bessere Entscheidungen liefern.
Eine Chance für Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern
Greifswald besitzt mit Universität, Stadtgesellschaft, Beteiligungsgremien und zahlreichen Initiativen viele Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen können. Daraus kann eine Stärke entstehen. Beteiligung bedeutet nicht, dass am Ende alle dieselbe Meinung vertreten. Ihr Wert liegt gerade darin, unterschiedliche Erfahrungen früh sichtbar zu machen.
Für junge Menschen ist diese Erfahrung besonders wichtig. Wer früh erlebt, dass eine eigene Idee ernst genommen und transparent behandelt wird, entwickelt eher Vertrauen in demokratische Verfahren. Wer dagegen dauerhaft den Eindruck gewinnt, Beteiligung sei lediglich symbolisch, kann sich zurückziehen.
Auch für die Landespolitik ist deshalb die Qualität von Beteiligung entscheidend. Gute Verfahren brauchen klare Regeln, verständliche Kommunikation und eine erkennbare Rückkopplung. Bürgerinnen und Bürger sollten erfahren können, warum ein Vorschlag umgesetzt, verändert oder abgelehnt wurde.
Melina Shafaeis öffentlich formulierter Anspruch, Menschen stärker mitzudenken, die in politischen Debatten übersehen werden, bietet dafür einen klaren Ausgangspunkt. Die politische Aufgabe besteht nun darin, diesen Anspruch mit konkreten Instrumenten und Prioritäten zu verbinden.
Politische Einordnung: Teilhabe muss praktisch funktionieren
Eine gute Beteiligungspolitik sollte verschiedene Wege offenhalten. Nicht jeder Mensch möchte Mitglied einer Partei oder eines Vereins werden. Manche beteiligen sich lieber projektbezogen, digital, über Beiräte oder bei konkreten Entscheidungen in ihrem Wohnumfeld. Unterschiedliche Formate können deshalb nebeneinander sinnvoll sein.
Wichtig ist ebenfalls, Menschen zu erreichen, die bisher nur selten an Beteiligungsverfahren teilnehmen. Wenn immer dieselben Personen bei Anhörungen, Workshops oder Bürgerforen vertreten sind, können andere Perspektiven weiterhin fehlen. Niedrigschwellige Information und aktive Ansprache können hier helfen.
Chancengerechtigkeit bedeutet dabei nicht, politische Konflikte aufzulösen. Unterschiedliche Interessen bleiben bestehen. Ziel ist vielmehr, faire Bedingungen dafür zu schaffen, dass Argumente eingebracht, gehört und transparent abgewogen werden können.
Gerade deshalb passt dieses Thema an den Anfang der zehnteiligen Reihe. Sichtbarkeit und Chancengerechtigkeit bilden eine Grundlage für viele weitere Fragen zu Wohnen, Hochschule, Arbeit, Vielfalt, Migration, Jugendbeteiligung, Kultur, Mobilität und Gesundheit.
FAQ zu Chancengerechtigkeit und politischer Sichtbarkeit
Ist Chancengerechtigkeit ein belegter Schwerpunkt von Melina Shafaei?
Ja. Auf der aktuellen Juso-Seite zur Landtagswahl 2026 nennt sie Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit ausdrücklich.
Hat Melina Shafaei ein Mandat in der Greifswalder Bürgerschaft?
Auf dieser Seite wird kein solches Mandat behauptet. Belegt ist ihre beratende Mitgliedschaft im Migrantenbeirat als Vertreterin der Studierendenschaft.
Welche Beteiligungsstruktur gibt es für junge Menschen?
Greifswald verfügt unter anderem über einen Kinder- und Jugendbeirat, ein offenes Kinder- und Jugendforum und einen Jugendfonds.
Warum werden Fakten und Fragen getrennt?
Regionale Herausforderungen sind nicht automatisch persönliche Positionen einer Kandidatin. Deshalb werden nur belegte Aussagen als ihre Position dargestellt.
Welche Rolle spielt die Universität?
Melina Shafaei ist aktuell studentisches Mitglied des Akademischen Senats und Mitglied der Gleichstellungskommission.
Wann ist die Landtagswahl?
Die Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen