Melina Shafaei – Jugendbeteiligung, Demokratie und Ehrenamt in Greifswald
Jugendbeteiligung, Demokratie und Ehrenamt
Junge Menschen sind von politischen Entscheidungen besonders langfristig betroffen. Wie kann ihre Mitsprache verbindlich und wirksam gestaltet werden?
Menschen beteiligen, die noch nicht selbst wählen können
Melina Shafaei erklärt für ihre Landtagskandidatur 2026, eine Stimme für Menschen sein zu wollen, die nicht selbst wählen können, obwohl politische Entscheidungen ihr Leben beeinflussen. Diese Aussage schafft einen direkten Bezug zur Kinder- und Jugendbeteiligung.
Junge Menschen sind von Entscheidungen über Schule, Verkehr, Freizeit, Stadtentwicklung und viele andere Bereiche betroffen. Je nach Alter können sie jedoch noch nicht an Wahlen teilnehmen.
Greifswald verfügt bereits über konkrete Beteiligungsstrukturen. Der Kinder- und Jugendbeirat und das offene Kinder- und Jugendforum bieten jungen Menschen Möglichkeiten, ihre Sicht einzubringen.
Jugendbeteiligung ist mehr als eine Umfrage
Junge Menschen gelegentlich nach ihrer Meinung zu fragen, ist ein Anfang. Verbindliche Beteiligung beginnt jedoch dort, wo ihre Perspektiven rechtzeitig in Planungen einfließen können.
Wenn Entscheidungen bereits weitgehend abgeschlossen sind, kann Beteiligung schnell symbolisch wirken.
Der Greifswalder Kinder- und Jugendbeirat ist eine institutionalisierte Beteiligungsform. Die Stadt nennt aktuell 13 Mitglieder im Alter von 11 bis 17 Jahren. Sie bringen Meinungen zu Entscheidungen ein und unterstützen Projekte.
Dadurch sammeln junge Menschen praktische Erfahrungen mit Demokratie: Themen auswählen, diskutieren, Mehrheiten suchen, Projekte entwickeln und ihre Positionen öffentlich vertreten.
Solche Erfahrungen können Vertrauen in demokratische Prozesse stärken. Jugendbeteiligung ist damit zugleich politische Bildung.
Der Jugendfonds ermöglicht eigene Projekte
Greifswald ist Teil einer Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Zur lokalen Struktur gehört ein Jugendfonds.
Dieser Fonds wird nach Angaben der Stadt durch den Kinder- und Jugendbeirat verwaltet und soll ausschließlich für Projekte von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche eingesetzt werden.
Damit verbindet sich Beteiligung mit konkreter Verantwortung. Jugendliche können nicht nur Wünsche formulieren, sondern eigene Vorhaben planen und Prioritäten setzen.
Gleichzeitig benötigen junge Menschen verständliche Verfahren und Unterstützung. Erwachsene sollten beraten, ohne die Entscheidungen vollständig zu übernehmen.
Für die Landespolitik stellt sich die Frage, wie solche Beteiligungsstrukturen auch außerhalb größerer Städte gestärkt werden können.
Wie kann Mecklenburg-Vorpommern Kinder und Jugendliche stärker und verbindlicher an politischen Entscheidungen beteiligen, und wie können gleichzeitig Vereine, Jugendinitiativen und ehrenamtliche Strukturen besser unterstützt werden?
Verbindlichkeit entsteht durch klare Verfahren
Jugendbeteiligung funktioniert besonders gut, wenn junge Menschen wissen, wann sie beteiligt werden und was anschließend mit ihren Vorschlägen geschieht.
Eine transparente Rückmeldung ist wichtig: Wurde ein Vorschlag umgesetzt, verändert oder abgelehnt? Und aus welchem Grund?
Verbindlichkeit bedeutet nicht, dass jeder Wunsch umgesetzt werden muss. Demokratie besteht auch aus Abwägung, unterschiedlichen Interessen und begrenzten Ressourcen.
Gerade deshalb sollten Entscheidungen nachvollziehbar erklärt werden. Eine begründete Ablehnung ist demokratisch wertvoller als Beteiligung ohne erkennbare Rückmeldung.
Land und Kommunen können Beteiligung durch Rechtsrahmen, Fachstellen, Beratung und Förderung unterstützen. Gleichzeitig sollten lokale Lösungen möglich bleiben.
Ehrenamt schafft Räume für Demokratie
Viele Beteiligungsangebote wären ohne freiwilliges Engagement kaum möglich. Vereine, Jugendverbände, Sport, Kultur, Feuerwehr oder soziale Initiativen bieten jungen Menschen Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen.
Dabei lernen sie Organisation, Zusammenarbeit und den Umgang mit unterschiedlichen Interessen. Solche Kompetenzen stärken nicht nur das Ehrenamt, sondern auch demokratische Kultur.
Ehrenamt braucht allerdings Zeit und Infrastruktur. Räume, Versicherungen, Förderanträge und organisatorische Anforderungen können kleine Initiativen stark belasten.
Unterstützung kann deshalb auch bedeuten, Verfahren verständlicher zu machen, Ansprechpartner bereitzustellen und Förderungen einfach zugänglich zu gestalten.
Junge Perspektiven verbessern Entscheidungen
Kinder und Jugendliche erleben öffentliche Räume anders als Erwachsene. Sie kennen ihre Schulwege, Freizeitorte und täglichen Mobilitätsprobleme aus eigener Erfahrung.
Dieses Alltagswissen kann Planungen verbessern. Beteiligung sollte deshalb nicht erst erfolgen, wenn Projekte nahezu abgeschlossen sind.
Natürlich haben junge Menschen nicht automatisch dieselbe Meinung. Auch innerhalb einer Altersgruppe existieren unterschiedliche Interessen.
Gute Beteiligung muss daher offen sein und sollte nicht nur diejenigen erreichen, die bereits besonders aktiv sind.
Melina Shafaeis Anspruch, übersehene Stimmen stärker einzubeziehen, liefert dafür einen nachvollziehbaren Ausgangspunkt.
Jugendbeteiligung stärkt Zukunftsbindung
Wer sich in einer Stadt oder Gemeinde ernst genommen fühlt, entwickelt eher eine Bindung an den Ort. Beteiligung kann deshalb auch langfristig relevant sein, wenn Mecklenburg-Vorpommern junge Menschen im Land halten möchte.
Junge Menschen wünschen sich nicht nur Arbeitsplätze. Sie möchten mitgestalten können, wie ihre Umgebung aussieht und welche Angebote entstehen.
Jugendbeteiligung ist damit keine reine Zusatzleistung. Sie kann helfen, politische Entscheidungen näher an den Alltag kommender Generationen zu bringen.
Für die Landespolitik stellt sich deshalb die Frage, welche Beteiligungsrechte und Unterstützungsangebote landesweit verlässlich zur Verfügung stehen sollten und wo Kommunen flexible Gestaltungsspielräume benötigen.
FAQ zu Jugendbeteiligung
Gibt es einen Kinder- und Jugendbeirat in Greifswald?
Ja. Die Stadt beschreibt ihn als Sprachrohr von Kindern und Jugendlichen.
Wie alt sind die aktuellen Mitglieder?
Die Stadt nennt aktuell Mitglieder im Alter von 11 bis 17 Jahren.
Was ist der Jugendfonds?
Er fördert Projekte von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche.
Hat Melina Shafaei ein konkretes Jugendgesetz versprochen?
Eine solche Aussage wird hier nicht behauptet.
Warum gehört Ehrenamt dazu?
Viele Jugend- und Beteiligungsangebote werden durch freiwilliges Engagement getragen.
Ist diese Seite offiziell?
Nein. Es handelt sich um ein privates Unterstützungsprojekt.

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